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Erklärung zur Schändung des Denkmals von Fritz Cremer in Fürstenberg / Ravensbrück
Wir sind entsetzt und empört über die Schändung der Mütterguppe des Bildhauers Fritz Cremer in unmittelbarer Nähe des früheren Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2003.
Der jüngste Vorfall in Fürstenberg / Ravensbrück ist die Fortsetzung einer Serie rechtsextremer Anschläge. Nach der Schändung des Gedenksteines an der Straße der Nationen und der Zerstörung der Hinweisschilder zum Jugend-KZ Uckermark ist dies der dritte Anschlag allein auf den Gedenkort Ravensbrück innerhalb von wenigen Monaten.
Dabei werden die Schmierereien und Provokationen immer dreister. Sie gedeihen in einem politischen Klima, in dem ewig Gestrige mit unverantwortlicher Nachsicht behandelt werden. Wir erinnern an den faktischen NPD-Freispruch durch das Bundesverfassungsgericht oder an die Genehmigung von Naziaufmärschen und deren Schutz durch die Polizei. Heute rächt es sich, daß die Masse der Täter der Jahre 1933 bis 1945 nicht zur Verantwortung gezogen wurde. Sie konnten ungestraft und unbehelligt in der Bundesrepublik Deutschland Traditionen pflegen und ihr braunes Gedankengut weitergeben. Der Schoß war fruchtbar noch und die Saat geht auf.
Es ist höchste Zeit, daß den Umtrieben alter und neuer Nazis und ihrer Organisationen mit Entschiedenheit Einhalt geboten wird. Was muß eigentlich noch passieren, damit Politik, Justiz und Polizei in unserem Lande endlich handeln?
Rosel Vadehra-Jonas
Vorsitzende