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Pressemitteilung Ravensbrück, 08.09.02
Den antisemitischen Brandanschlag auf die KZ-Gedenkstätte „Museum des Todesmarsches im Belower Wald“ in der Nacht zum 5. September verurteilt die Lagergemeinschaft Ravensbrück/ Freundeskreis e.V. scharf. Mit der Zerstörung des Hauptraumes des Museums sind wichtige Originalstücke der Häftlinge aus den KZ Sachsenhausen und Ravensbrück unwiederbringlich vernichtet worden. Der Angriff auf die Sammlung von Zeugnissen der Opfer und Überlebenden des Todesmarsches zielte darauf ab, die Erinnerungen an sie zu zerstören und die Naziverbrechen zu leugnen.
Dieser Angriff, der genau wie der Brandanschlag auf die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen vor zehn Jahren zu Rosh ha-Shana, dem jüdischen Neujahrsfest, begangen wurde, zeigt den Vernichtungswunsch der Antisemiten. Die Parole, mit der die Täter die Gedenkstele für die ermordeten KZ-Häftlinge beschmierten, steht in einer Tradition mit antisemitischen Aussagen, die Politiker in den letzten Monaten machten. Die bedrohlichen Dimensionen des Antisemitismus wurden in einer neuen Studie der Freien Universität Berlin und der Universität Leipzig deutlich, die eine Zunahme des Antisemitismus in der deutschen Bevölkerung feststellte.
Die Lagergemeinschaft Ravensbrück fordert zu Wachsamkeit und Gegenwehr auf. Die Lagergemeinschaft fordert die Behörden auf, den Schutz von Gedenkstätten und jüdischen Einrichtungen zu gewährleisten, um weitere antisemitische und neofaschistische Angriffe zu verhindern.
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