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Resolution:

Lagergemeinschaft Ravensbrück verurteilt den antisemitischen Angriff auf die KZ-Gedenkstätte Dachau

Dachau, 13.10.01

Im Rahmen unserer Jahrestagung im Oktober 2001 in Dachau haben wir, die Mitglieder der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis, die KZ-Gedenkstätte Dachau besucht. Mit Entsetzen haben wir das Ausmaß der antisemitischen Schmierereien gesehen, die in der Nacht auf den 16. September dort angebracht worden waren. Es handelt sich hierbei um den schlimmsten Angriff auf eine KZ-Gedenkstätte seit dem Brandanschlag auf die ehemaligen jüdischen Baracken in Sachsenhausen im Jahre 1991. Mit greller roter Farbe wurden antisemitische und antiamerikanische Parolen auf die kompletten Rückseiten und Seitenwände der beiden rekonstruierten Häftlingsbaracken des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau geschmiert. In diesen Parolen werden Repräsentanten des Zentralrats der Juden in Deutschland beschimpft und gezielt bedroht.

Diese furchtbare Tat ist ein Angriff auf das Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus. Aus diesem Angriff spricht ein fortwährender Hass gegen die Verfolgten des Nationalsozialismus.

Die Täter demonstrierten mit der Schändung der KZ- Gedenkstätte ihre offene Unterstützung für den Terroranschlag gegen das World Trade Center. Diese Reaktion verdeutlicht vor allem die in der deutschen Öffentlichkeit beschwiegene antisemitische Dimension dieses Attentats. Die deutschen Neonazis wissen sich in ihrem antisemitischen und antiamerikanischen Hass einig mit den Attentätern.

In den Schmierereien werden die USA hasserfüllt als ein von Juden regierter Staat beschimpft. Solche Parolen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, das von US-Truppen befreit wurde, sind nicht nur antisemitisch, sondern auch ein Versuch der Diffamierung der damaligen Befreier und verdrehen somit die deutsche Geschichte.

Die entsetzliche Aggressivität gegen die Opfer des Nationalsozialismus und das Ausmaß des Antisemitismus, die sich in diesen Schmierereien zeigen, ist beängstigend.In der Öffentlichkeit wurde dieser Angriff auf die KZ-Gedenkstätte kaum beachtet. In der Presse waren lediglich kurze und ungenaue Meldungen zu lesen. Es gab keinen Aufschrei und kein Politiker kam nach Dachau. Die Bedeutung dieses Anschlags wird massiv verharmlost. Die Ermittlung der Täter scheint nur halbherzig betrieben zu werden.

Wir verurteilen die Schändung der KZ-Gedenkstätte Dachau und fordern die Ermittlung und Verurteilung der Täter.

Für weitere Informationen steht Ihnen als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung:

Christine Krause